Das Meisterwerk, das fast nicht adaptiert werden kann
天龙八部 (Tiānlóng Bābù) — Demi-Götter und Halb-Dämonen — ist der Roman, in dem Jin Yong (金庸 Jīn Yōng) beschloss, alles auf einmal zu machen: drei Protagonisten, ein Dutzend Hauptschurken, ethnische Konflikte, die sich über mehrere Königreiche erstrecken, buddhistische Philosophie, tragische Romantik, Slapstick-Komödie und die mächtigsten Martial-Arts in seinem gesamten Werk. Es ist auch der Roman, der am wahrscheinlichsten dazu führt, dass du weinst, lachst und das Buch gegen die Wand wirfst — manchmal innerhalb desselben Kapitels.
Der Titel stammt aus der buddhistischen Kosmologie: die "acht Gruppen" (八部 bābù) umfassen Devas, Naga, Asuras und andere übernatürliche Wesen, die weder vollständig göttlich noch vollständig menschlich sind. Jin Yongs Botschaft ist im Titel selbst eingebettet: Alle seine Charaktere — Helden, Schurken, jeder dazwischen — sind unvollkommene Wesen, die mit den Grenzen ihrer Natur kämpfen. Niemand ist rein; niemand ist jenseits der Erlösung; jeder leidet.
Die drei Protagonisten
Xiao Feng (萧峰 Xiāo Fēng) — Der Tragische Held
Xiao Feng ist der größte Charakter, den Jin Yong je erschaffen hat. Er ist der Chef der Bettlersekte (丐帮 Gàibāng), Träger der Achtzehn Drachenunterwerfenden Hände (降龙十八掌 Xiánglóng Shíbā Zhǎng) und wird universell als Paragon martialischer Helden verehrt — bis die Offenbarung kommt, dass er Khitaner und kein Han-Chinese ist. Über Nacht ändert sich alles. Freunde werden zu Feinden. Die Sekte, die er führte, wendet sich gegen ihn. Seine gesamte Identität bricht zusammen.
Xiao Fengs Geschichte handelt von Identität, Zugehörigkeit und der Unmöglichkeit, zwei Dinge gleichzeitig zu sein in einer Welt, die verlangt, dass man sich für eines entscheidet. Er liebt sowohl die chinesische Martial-Arts-Welt, die ihn großgezogen hat, als auch das Khitan-Volk, aus dem er stammt. Die Welt besteht darauf, dass dies widersprüchlich ist, und der Widerspruch zerstört ihn.
Seine Liebesgeschichte mit A'Zhu (阿朱 Ā Zhū) — der einzigen Person, die ihn vollständig akzeptiert, die ein einfaches Leben mit dem Hüten von Rindern in den Weiten (塞上牛羊空许约 sài shàng niúyáng kōng xǔ yuē) verspricht — endet, als er sie versehentlich mit seinen eigenen Händen tötet. Danach ist Xiao Feng innerlich praktisch tot. Alles, was folgt, ist ein Mann, der die Bewegungen des Lebens durchläuft. Zur weiteren Kontextualisierung, siehe Der lächelnde, stolze Wanderer: Ein vollständiger Führer.
Duan Yu (段誉 Duàn Yù) — Der Widerstrebende Prinz
Duan Yu ist der Prinz des Dali-Königreichs (大理 Dàlǐ), der sich weigert, Kampfkünste zu lernen, weil er ein buddhistischer Pazifist ist. Durch eine Reihe absurder Unfälle gelingt es ihm, die Northern Darkness Divine Skill (北冥神功 Běimíng Shéngōng) zu meistern, die die innere Energie anderer absorbiert, und das Six Meridians Divine Sword (六脉神剑 Liùmài Shénjiàn), das unsichtbare Schwert-Qi von seinen Fingerspitzen abfeuert. Er gehört zu den mächtigsten Kämpfern der Welt und möchte das nicht sein.
Sein romantischer Handlungsstrang — sich in jede schöne Frau zu verlieben, die er trifft, nur um zu entdecken, dass jede seine Halbschwester ist (dank der zahlreichen Untreue seines Vaters) — ist gleichzeitig lustig und schmerzhaft. Der laufende Witz trägt echtes emotionales Gewicht, weil Duan Yus Gefühle...