Jin Yong über die Liebe: Die denkwürdigsten Zitate über Romantik

Worte über die Liebe, die eine Kultur verändert haben

Jin Yong (金庸 Jīn Yōng) war nicht in erster Linie ein Liebesromanautor, aber einige der berühmtesten Zeilen über die Liebe in der chinesischen Literatur stammen aus seinen Wuxia (武侠 wǔxiá) Romanen. Diese Zitate bestehen nicht nur wegen ihrer Schönheit — obwohl viele hübsch sind —, sondern weil sie emotionale Wahrheiten über die Liebe erfassen, die durch kein Schwertkämpfen verschleiert werden können. In der 江湖 (jiānghú) können Helden Armeen besiegen, sind jedoch hilflos gegenüber ihren eigenen Herzen.

"问世间,情为何物,直教生死相许"

Wèn shìjiān, qíng wèi hé wù, zhí jiào shēngsǐ xiāng xǔ „Frag die Welt: Was ist Liebe, dass sie Leben und Tod zusammenbindet?“

Dies ist das berühmteste Liebeszitat von Jin Yong — möglicherweise sogar in der gesamten chinesischen Populärkultur. Es erscheint in 神雕侠侣 (Shén Diāo Xiálǚ) — Die Rückkehr der Kondorhelden — gesungen von Li Mochou (李莫愁 Lǐ Mòchóu), der Roten Schlangen-Gottheit, einer Frau, deren Liebe verraten wurde und die deshalb zur Mörderin wurde.

Die Zeile stammt tatsächlich aus einem Gedicht von Yuan Haowen (元好问 Yuán Hǎowèn), einem echten Dichter der Jin-Dynastie, der es schrieb, nachdem er zwei Gänse gesehen hatte — als eine von einem Jäger getötet wurde, stürzte die andere zu Boden und starb neben ihrem Partner. Jin Yongs Genie bestand darin, diesen Vers in den Mund eines Bösewichts zu legen, was ihn gleichzeitig schön und furchteinflößend machte. Als Li Mochou über Liebe und Tod singt, meint sie es wortwörtlich — sie hat aus Liebe getötet und wird dafür sterben.

Die gleiche Frage gilt für Yang Guo (杨过 Yáng Guò), der sechzehn Jahre wartet und von einer Klippe springt, um Xiao Longnü (小龙女 Xiǎo Lóngnǚ) zu finden. Liebe, die Leben und Tod miteinander verbindet — das ist das Thema des gesamten Romans, ausgedrückt in einer Zeile. Weitere Lektüre: Jin Yongs Zitate, die jeder Chinese kennt.

"塞上牛羊空许约"

Sài shàng niúyáng kōng xǔ yuē „Das Versprechen von Rindern und Schafen auf den Steppen — ein leeres Gelübde“

Aus 天龙八部 (Tiānlóng Bābù) — Halbgötter und Halbdämonen. Dies bezieht sich auf das Versprechen zwischen Xiao Feng (萧峰 Xiāo Fēng) und A'Zhu (阿朱 Ā Zhū): die Kampfkünste hinter sich zu lassen, nach Norden in die Steppen zu ziehen und als Hirten zu leben. Es ist der einfachste, schönste Traum in all Jin Yongs Werken — zwei Menschen, eine Tierherde, offener Himmel.

Das Wort 空 (kōng — „leer“) macht dies verheerend. Das Versprechen ist leer, weil A'Zhu tot ist — von Xiao Fengs eigener Hand getötet, als die Achtzehn Drachenbändigen Hände (降龙十八掌 Xiánglóng Shíbā Zhǎng) ihre Verkleidung durchdrangen. Der Traum eines einfachen Lebens zusammen wurde durch die Gewalt des Jianghu, vor der sie zu fliehen versuchten, zerstört. Es ist die grausamste Ironie in Jin Yongs Fiktion: Das, wovor sie flohen, holte sie ein.

Diese Zeile wird im modernen Chinesisch verwendet, um jedes schöne Versprechen zu beschreiben, das nie erfüllt wurde — eine Beziehung, die endete, bevor sie sich entwickeln konnte, ein Plan, der aufgegeben wurde, eine Zukunft, die gestohlen wurde.

"你有没有想过我?" "没有。" "我也没有,只是不想我自己。"

"Nǐ yǒu méiyǒu xiǎng guò wǒ?" "Méiyǒu." "Wǒ yě méiyǒu, zhǐshì bù xiǎng wǒ zìjǐ." „Hast du an mich gedacht?“ „Nein.“ „Ich auch nicht — ich habe einfach aufgehört, an mich selbst zu denken.“

Über den Autor

Jin Yong-Forscher \u2014 Literaturkritiker für Jin Yongs Werke.

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