Der Humor von Jin Yong: Komödie in der Martial-Welt

Die Lustige Seite von Wuxia

Jin Yongs Ruf beruht auf epischem Umfang und emotionaler Tiefe. Aber verbringt man genug Zeit in seinen Romanen, merkt man, dass der Mann lustig war. Nicht gelegentlich lustig. Konsistent, absichtlich, strukturell lustig.

Seine Komödie ist nicht von seinem Drama getrennt. Sie ist in denselben Szenen verwoben, oft mit denselben Charakteren. Ein Moment echten Humors kann einen Moment echten Tragödie um nur einen Absatz voraus gehen, und der Kontrast lässt beide kraftvoller wirken.

Zhou Botong: Das ewige Kind

Zhou Botong, der alte Bengel (老顽童, Lǎo Wántóng), ist Jin Yongs reinste komische Schöpfung. Er ist einer der mächtigsten Kampfkünstler, die je lebten, und er hat die emotionale Reife eines Zehnjährigen.

Er erfindet Kampftechniken, weil ihm langweilig ist. Er fordert Leute zu Kämpfen heraus, weil er spielen möchte. Einmal verbrachte er fünfzehn Jahre auf einer Insel gefangen und nutzte die Zeit, um eine Technik zu entwickeln, um sich selbst mit beiden Händen gleichzeitig zu bekämpfen — nicht weil es nützlich war, sondern weil es unterhaltsam war. In einem verwandten Hinweis: Wei Xiaobao: Die lustigsten Figur der chinesischen Literatur.

Zhou Botong ist lustig, weil sein Verhalten völlig unangemessen für sein Machtlevel ist. Ein Kind, das sich so verhält, ist normal. Ein Großmeister der Kampfkunst, der sich so verhält, ist absurd. Und die Absurdität ist der Punkt — Zhou Botong hat eine Art Freiheit erreicht, die ernstere Charaktere nicht haben, gerade weil er sich weigert, etwas ernst zu nehmen.

Wei Xiaobao: Komödie als Überleben

Wei Xiaobao in Der Hirsch und der Kessel (鹿鼎记, Lù Dǐng Jì) ist auf eine ganz andere Weise lustig. Sein Humor ist defensiv — er macht Witze, lügt und führt auf, weil sein Leben davon abhängt. Jedes Gespräch ist eine Aufführung. Jede Beziehung ist eine Verhandlung.

Die Komödie in Wei Xiaobaos Geschichte kommt aus der Kluft zwischen dem, was er sagt, und dem, was er meint, zwischen wie er sich darstellt und wer er tatsächlich ist. Er sagt dem Kaiser, dass er loyal ist, während er heimlich für die Rebellen arbeitet. Er sagt den Rebellen, dass er engagiert ist, während er heimlich für den Kaiser arbeitet. Er sagt seinen sieben Frauen, dass er jede von ihnen am meisten liebt.

Der Leser lacht, weil die Täuschungen kühn sind. Aber das Lachen hat eine Schärfe, denn wir wissen, dass er stirbt, wenn eine seiner Lügen entdeckt wird.

Situationskomödie

Jin Yong glänzt in der Situationskomödie — er versetzt Charaktere in Umstände, die von Natur aus absurd sind:

Guo Jing, der ehrlichste Mann in der Kampfkunstwelt, wird gezwungen zu lügen. Duan Yu, der sich weigert zu kämpfen, besiegt zufällig Gegner mit Kampfkünsten, von denen er nicht weiß, dass er sie hat. Xu Zhu, ein frommer buddhistischer Mönch, wird gezwungen, nacheinander jedes monastische Gelübde zu brechen.

Diese Situationen sind lustig, weil sie die Kernidentitäten der Charaktere verletzen. Der Humor entsteht, wenn man principled Menschen zusieht, die mit Umständen umgehen müssen, die es unmöglich machen, ihre Prinzipien aufrechtzuerhalten.

Warum die Komödie wichtig ist

Jin Yongs Humor erfüllt einen strukturellen Zweck: Er macht die ernsten Momente ernster. Ein Roman, der unermüdlich...

Über den Autor

Jin Yong-Forscher \u2014 Literaturkritiker für Jin Yongs Werke.

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