Der mächtigste Spaßvogel in der chinesischen Fiktion
Zhou Botong (周伯通 Zhōu Bótōng) ist Jin Yongs (金庸 Jīn Yōng) fröhlichste Schöpfung — eine Figur, die ausschließlich existiert, um zu beweisen, dass man einer der tödlichsten Kämpfer im 江湖 (jiānghú) sein kann und dabei die emotionale Reife eines golden retrievers bewahrt. Er wird der Alte Lausbub (老顽童 Lǎo Wántóng) genannt, und der Spitzname ist keine liebevolle Übertreibung — es ist eine klinische Beschreibung. Dieser Mann hat die innere Energie, Berge zu versetzen, und die Persönlichkeit eines Kindes, das gerade Feuerwerkskörper entdeckt hat.
Ursprung: Der peinlichste Senior der Quanzhen-Sekte
Zhou Botong ist der Martial-Bruder (师兄弟 shīxiōngdì) von Wang Chongyang (王重阳 Wáng Chóngyáng), dem Gründer der Quanzhen-Sekte (全真教 Quánzhēn Jiào) und dem größten Kampfkünstler seiner Generation. Dies ist wichtiger Kontext: Zhou Botong wurde zusammen mit den Besten, von den Besten ausgebildet und hatte Zugang zu den gleichen Techniken, die Wang Chongyang zum Zentralen Göttlichen der Fünf Großen (五绝 Wǔjué) machten. Der Grund, warum Zhou Botong Wang Chongyangs Niveau zunächst nicht erreichte, war kein Mangel an Talent — es war, dass er immer wieder abgelenkt wurde.
Diese Ablenkung ist sein bestimmendes Merkmal und paradoxerweise seine größte Stärke. Während ernsthafte Kampfkünstler sich auf Technik und Kraft konzentrieren, betrachtet Zhou Botong Kung Fu wie ein Kind das Spiel: ohne Ego, mit unendlicher Neugier und ohne Bindung an Ergebnisse. Diese Einstellung macht ihn zufällig zu einem besseren Kämpfer als fast jeden, der es ernst nimmt.
Eingesperrt auf der Pfirsichblüteninsel: Langeweile schafft Genialität
In 射雕英雄传 (Shèdiāo Yīngxióng Zhuàn) — Die Legende der Adlerhelden — ist Zhou Botong fünfzehn Jahre lang von Huang Yaoshi auf der Pfirsichblüteninsel (桃花岛 Táohuā Dǎo) gefangen. Der Grund? Er hatte eine Affäre mit Huang Yaoshis Frau, Feng Heng, was zu einem Kind führte — eine Handlung, die Jin Yong mit bemerkenswerter Sensibilität behandelt, wenn man Zhou Botongs übliche Rolle als Comic-Relief bedenkt.
Jede normale Person würde fünfzehn Jahre damit verbringen, Rache zu planen oder verrückt zu werden. Zhou Botong erfindet Kampfkünste. Gelangweilt bis zum Äußersten entwickelt er die Technik des Wechsels der Hände (双手互搏 Shuāngshǒu Hùbó) — eine Technik, bei der jede Hand unabhängig agiert, was es im Wesentlichen einer Person erlaubt, als zwei zu kämpfen. Er schafft auch die Luftspaltende Hand, indem er Wellen beobachtet, die gegen Steine schlagen. Der Mann verwandelte seine Gefangenschaft in ein Forschungszentrum für Kampfkünste.
Als Guo Jing (郭靖 Guō Jìng) zufällig auf die Insel stößt, ist Zhou Botong begeistert — nicht weil er einen Fluchtweg sieht, sondern weil er endlich jemanden hat, mit dem er spielen kann. Er zwingt Guo Jing, martialische Fähigkeiten durch Spiele, Wettbewerbe und Wetten zu lernen. Ihre Trainingsszenen gehören zu den charmantesten in all Jin Yongs Schriften: ein junger Mann, der verzweifelt versucht, lebensrettende Fähigkeiten zu erlernen, während sein Lehrer ständig unterbricht, um Grillen zu fangen. Weitere Kontextinformationen finden Sie in Die witzigsten Momente in Jin Yongs Romanen.
Die Philosophie der kindlichen Meisterschaft
Hier wird Zhou Botong genuin...